"Brandenburg aktuell" (rbb) vom 20.11.2008
Neue Presse Kronach vom 22.05.10:
"Theater, das unter die Haut geht. (...) Ein Stück, das eigentlich Pflichtprogramm für alle Schulen sein sollte."
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"Theater, das unter die Haut geht"
Ludwigsstadt. Im übervollen Saal des BRK-Seniorenheims in Ludwigsstadt fand am 19. Mai ein beeindruckendes Ein-Personenstück statt, mit dem Titel "Gretchen reloaded". Die Schauspielerin Sonni Maier, die im Gemeindezentrum Ludwigsstadt schon einen Theaterworkshop veranstaltete, kam auf Einladung des evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirks Kronach-Ludwigsstadt in die Rennsteigregion. Besonders Konfirmandengruppen und Schüler aus dem ganzen Landkreis waren der Einladung gefolgt. In einer guten Stunde wurde die ganze Dramatik gezeigt, die entsteht, wenn ein Teenager ungewollt schwanger wird und heimlich ein Kind auf die Welt bringt und dann noch vom Kindsvater verstoßen wird. Ein bekanntes Motiv, eben "Gretchen reloaded".
Sonni Maier verstand es, solo auf der Bühne alle Facetten, die zu dieser Dramatik gehören, aufzubauen. Verzweiflung, Hoffnung, Mordgelüste und am Ende siegt doch die Liebe zum Kind. Ein Stück, das eigentlich Pflichtprogramm für alle Schulen sein sollte.
Ludwigsstadt. Im übervollen Saal des BRK-Seniorenheims in Ludwigsstadt fand am 19. Mai ein beeindruckendes Ein-Personenstück statt, mit dem Titel "Gretchen reloaded". Die Schauspielerin Sonni Maier, die im Gemeindezentrum Ludwigsstadt schon einen Theaterworkshop veranstaltete, kam auf Einladung des evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirks Kronach-Ludwigsstadt in die Rennsteigregion. Besonders Konfirmandengruppen und Schüler aus dem ganzen Landkreis waren der Einladung gefolgt. In einer guten Stunde wurde die ganze Dramatik gezeigt, die entsteht, wenn ein Teenager ungewollt schwanger wird und heimlich ein Kind auf die Welt bringt und dann noch vom Kindsvater verstoßen wird. Ein bekanntes Motiv, eben "Gretchen reloaded".
Sonni Maier verstand es, solo auf der Bühne alle Facetten, die zu dieser Dramatik gehören, aufzubauen. Verzweiflung, Hoffnung, Mordgelüste und am Ende siegt doch die Liebe zum Kind. Ein Stück, das eigentlich Pflichtprogramm für alle Schulen sein sollte.
Parchimer Zeitung vom 11.03.10:
"Ein bewegendes wie beklemmendes Stück."
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"Zwischen Mutterfreuden und Mordgedanken"
von Antje Bernstein
Parchim. Ihr weißes Kleid ist blutverschmiert, ihre Hände zittern, ihre Augen sind angsterfüllt. Langsam schlurft Jenny zum Sofa und lässt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht darauf nieder.
Aus dem Nachbarzimmer hallt Babygeschrei herüber. Jenny hält sich die Ohren zu, schreit immer wieder „Da ist gar nichts.“ Das junge Mädchen hat soeben in ihrem Kinderzimmer ein Baby zur Welt gebracht und findet sich nun zwischen Verzweiflung, Mutterfreuden und Verleugnung wieder. Diese Gefühlsachterbahn ist Thema des Theaterstückes „Gretchen Reloaded“, das gestern und vorgestern im Mecklenburgischen Landestheater Parchim aufgeführt wurde. In dem Solostück greift Schauspielerin und Autorin Sonni Maier das Thema Teenagerschwangerschaften auf und hebt die Gretchentragödie aus Goethes „Faust“ in die Neuzeit. Schicksale junger Frauen, die ungewollt schwanger wurden und nach der Geburt ihr Kind töteten, haben die Schauspielerin dazu motiviert, das bewegende wie beklemmende Stück zu schreiben. Sie will kein Unterhaltungsprogramm auf die Bühne bringen, sie macht Theater mir Mission. Und die lautet: Tabuthemen ansprechen, zum Nachdenken, zur Diskussion anregen. Das ist ihr im Parchimer Theater gelungen. Hier haben sich in den vergangenen zwei Tagen Schüler des Friedrich-Franz-Gymnasiums Parchim, der Pestalozzischule, des Gymnasiums und der Regionalschule in Lübz, der Lewitzwerkstätten und der evangelischen Schule in Spornitz die Vorstellung angesehen.
„Es war sehr anstrengend, da zu sitzen und das Stück auf sich wirken zu lassen. Es ist schwer zu verdauen. Wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenke, wird mir das Stück sicher noch besser gefallen“, resümiert Ole Schulz. Mit seiner Freundin hat der 16-Jährige schon über das Thema gesprochen und ist sich sicher: „Wir würden anders damit umgehen.“ Genau wie er haben sich bereits viele der Schüler Gedanken zu Teenagerschwangerschaften gemacht. „Sowas kann passieren, aber es gibt genug Möglichkeiten es zu verhindern“, sagt Denise Nowack. Für den Fall der Fälle sei ein Schwangerschaftsabbruch für die 17-jährige Schülerin aber nicht der richtige Ausweg. „Das ist auch nicht die einfache Lösung“, verdeutlicht Sonni Maier.
Nach wie vor sähen viele den Abort als probate nachträgliche Verhütungsmethode, doch was dieser Schritt in der Psyche der jungen Mädchen und Frauen anrichten kann, zeige sich oft erst Jahre später. Wie die Schüler reagieren würden, wenn sie in einen ähnliche Situation wie Jenny gerieten, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Von Abtreibung bis das Kind selbst aufziehen – die Schüler diskutieren die Möglichkeiten kontrovers. Einen ersten Eindruck, wie es sein kann, ein Kind zu haben, konnten die Schüler schon im Theaterfoyer gewinnen. Am Stand des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) konnten die Jugendlichen sich über die Babybedenkzeit – einem Präventionsprojekt – informieren und sich die Verantwortung, die sie als Eltern hätten, schon einmal vor Augen führen. Dafür hielt das DRK Säuglingspuppen bereit – nicht nur Simulatoren gesunder Babys, sondern auch welche alkohol- und drogenabhängiger Eltern. „Das ist schon ein Gänsehauteffekt, wenn man so ein zitterndes Baby auf den Arm nimmt“, sagt Kathrin Eisentraut. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Parchim hat die Theatervorstellung initiiert. „Wir wollen damit zur Aufklärung beitragen, denn oftmals sind Teenagerschwangerschaften noch ein Tabuthema“, sagt Eisentraut. Zumindest unter den Jugendlichen hat die Veranstaltung schon für viel Diskussionsstoff gesorgt.
von Antje Bernstein
Parchim. Ihr weißes Kleid ist blutverschmiert, ihre Hände zittern, ihre Augen sind angsterfüllt. Langsam schlurft Jenny zum Sofa und lässt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht darauf nieder.
Aus dem Nachbarzimmer hallt Babygeschrei herüber. Jenny hält sich die Ohren zu, schreit immer wieder „Da ist gar nichts.“ Das junge Mädchen hat soeben in ihrem Kinderzimmer ein Baby zur Welt gebracht und findet sich nun zwischen Verzweiflung, Mutterfreuden und Verleugnung wieder. Diese Gefühlsachterbahn ist Thema des Theaterstückes „Gretchen Reloaded“, das gestern und vorgestern im Mecklenburgischen Landestheater Parchim aufgeführt wurde. In dem Solostück greift Schauspielerin und Autorin Sonni Maier das Thema Teenagerschwangerschaften auf und hebt die Gretchentragödie aus Goethes „Faust“ in die Neuzeit. Schicksale junger Frauen, die ungewollt schwanger wurden und nach der Geburt ihr Kind töteten, haben die Schauspielerin dazu motiviert, das bewegende wie beklemmende Stück zu schreiben. Sie will kein Unterhaltungsprogramm auf die Bühne bringen, sie macht Theater mir Mission. Und die lautet: Tabuthemen ansprechen, zum Nachdenken, zur Diskussion anregen. Das ist ihr im Parchimer Theater gelungen. Hier haben sich in den vergangenen zwei Tagen Schüler des Friedrich-Franz-Gymnasiums Parchim, der Pestalozzischule, des Gymnasiums und der Regionalschule in Lübz, der Lewitzwerkstätten und der evangelischen Schule in Spornitz die Vorstellung angesehen.
„Es war sehr anstrengend, da zu sitzen und das Stück auf sich wirken zu lassen. Es ist schwer zu verdauen. Wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenke, wird mir das Stück sicher noch besser gefallen“, resümiert Ole Schulz. Mit seiner Freundin hat der 16-Jährige schon über das Thema gesprochen und ist sich sicher: „Wir würden anders damit umgehen.“ Genau wie er haben sich bereits viele der Schüler Gedanken zu Teenagerschwangerschaften gemacht. „Sowas kann passieren, aber es gibt genug Möglichkeiten es zu verhindern“, sagt Denise Nowack. Für den Fall der Fälle sei ein Schwangerschaftsabbruch für die 17-jährige Schülerin aber nicht der richtige Ausweg. „Das ist auch nicht die einfache Lösung“, verdeutlicht Sonni Maier.
Nach wie vor sähen viele den Abort als probate nachträgliche Verhütungsmethode, doch was dieser Schritt in der Psyche der jungen Mädchen und Frauen anrichten kann, zeige sich oft erst Jahre später. Wie die Schüler reagieren würden, wenn sie in einen ähnliche Situation wie Jenny gerieten, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Von Abtreibung bis das Kind selbst aufziehen – die Schüler diskutieren die Möglichkeiten kontrovers. Einen ersten Eindruck, wie es sein kann, ein Kind zu haben, konnten die Schüler schon im Theaterfoyer gewinnen. Am Stand des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) konnten die Jugendlichen sich über die Babybedenkzeit – einem Präventionsprojekt – informieren und sich die Verantwortung, die sie als Eltern hätten, schon einmal vor Augen führen. Dafür hielt das DRK Säuglingspuppen bereit – nicht nur Simulatoren gesunder Babys, sondern auch welche alkohol- und drogenabhängiger Eltern. „Das ist schon ein Gänsehauteffekt, wenn man so ein zitterndes Baby auf den Arm nimmt“, sagt Kathrin Eisentraut. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Parchim hat die Theatervorstellung initiiert. „Wir wollen damit zur Aufklärung beitragen, denn oftmals sind Teenagerschwangerschaften noch ein Tabuthema“, sagt Eisentraut. Zumindest unter den Jugendlichen hat die Veranstaltung schon für viel Diskussionsstoff gesorgt.
Dill-Post vom 16.11.09:
"Schauspielerin Sonni Maier fuhr mit den Zuschauern Stimmungsachterbahn. Zurück blieb Fassungslosigkeit. "
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"Ein einfaches Mädchen"
"Gretchen reloaded" schockt mit Thema Kinder-Schwangerschaft
Eschenburg-Eibelshausen (mg/s). Ein blutverschmiertes Nachthemd schockiert im allerersten Moment die Zuschauer. Orientierungslos und verschwitzt betritt die 13-jährige „Jenny“, gespielt von Sonni Maier, die Bühne. Die Baby-Schreie im Hintergrund verraten, was kurz davor geschehen ist: Das Mädchen hat alleine eine Geburt durchgestanden. Das ist eine Szene aus dem Theaterstück „Gretchen reloaded". Am Freitagabend ist es in der Freien evangelischen Gemeinde in Eibelshausen vor rund 100 Zuschauern aufgeführt worden.
Es ist ein schrecklicher Anblick, den die Zuschauer im ersten Moment zu sehen bekamen. Denn die körperlich schmerzlichen Erfahrungen, die die Protagonistin wohl im Vorfeld erlebt hat, paaren sich mit kindlicher Naivität. Hier hat die Autorin das „Gretchen“ aus Goethes Faust zur Hauptfigur werden lassen - mehr hat das Stück jedoch mit dem Theaterklassiker nicht gemein. Der erste Schritt von Jenny geht zu ihrem Kuschelhasen, dem erst einmal erklärt wird: „Es ist nichts passiert!“ Verdrängung ist das Rezept der 13-jährigen Jenny, die das schreiende Baby im Nachbarzimmer nicht hören will und sich deshalb mit Spielen ab lenkt. Denn während das Neugeborene im Hinterzimmer wimmert, spielt die junge Mutter mit ihrem Hasen ausgedehnt Verstecken - zu lange für den Zuschauer, der mit der kindlichen Naivität und Verdrängung von "Jenny" regelrecht gequält wird.
Auch die kurze Freude über das Kind ist nicht von langer Dauer. Vater Heinrich will von dem Kind nichts wissen, weist die Anrufe immer wieder ab und hört noch nicht mal den Satz der jungen Mutter: „Du bist jetzt Papa.“
Die Nachricht des Stückes wird schon in der ersten Viertelstunde deutlich: Ein Kind, ist ungewollt schwanger geworden - eine Warnung vor unbedachtem Sex. Doch Schauspielerin und Autorin Sonni Maier setzte in der zweiten Hälfte des Stückes noch einen drauf.
Erst nach und nach eröffnet sich die ganze Geschichte des 13-iährigen Mädchens, die einige Monate zuvor noch in einer heilen Kinderwelt aufgehoben war. Neugierig wurde sie, als sie dann in einem „Chartroom“ ihren Gesprächspartner „Dreamboy17“' traf. Er sei so verständnisvoll und nett gewesen. „Mit ihm konnte ich über alles reden. Und er sagte ich sei hübsch.“ Die Wahrheit über den Chatpartner „Dreamboy17“ löste jedoch ein Raunen im Zuschauerraum aus: „Dreamboy17 war gar nicht 17, sondern 42 und hieß Heinrich." Schon wurde die Geschichte auf eine andere Ebene gehoben. Das Mädchen verliebte sich in den zweifachen Familienvater. Der gab Jenny das Gefühl, sie wirklich zu lieben. „Er schenkte mir eine Diddl-Maus und ein durchsichtiges Träger-Top und sagte, ich würde damit sexy aussehen." Auch sein weiches Bett im Schlafzimmer durfte sie mit ihm ausprobieren. Die Schwangerschaft habe Heinrich immer abgelehnt, doch Jenny verwarf den Wunsch nach einer kleinen Familie mit ihrer großen Liebe nicht und behielt das Kind.
Während das die 13-jährige den Werdegang ihrer, zumal verschleierten, Schwangerschaft erzählte, bohrte sich immer wieder das Schreien des Neugeborenen in den Raum und in den Kopf der Protagonistin, die letztlich kurz davor ist, das Kind zu töten und damit alles ungeschehen zu machen und zurückzukehren, in ihre Kinderwelt: „Ich bin doch nur ein einfaches Mädchen.“ Doch es trifft nur den Kuschelhasen, der fast mit einem Küchenmesser erstochen wird.
Die gelernte Schauspielerin Sonni Maier fuhr mit den Zuschauern Stimmungsachterbahn. Zurück blieb Fassungslosigkeit. Über das Schicksal und über Menschen, die in der Lage sind, Kinder dermaßen auszunutzen. Tröstlich war letztlich, dass sich Jenny dann doch für ihr Kind entschied und versprach ihm Liebe zu geben.
Nach dem Stück bot Sonni Maier noch ein Nachgespräch an. „Ich finde nicht, dass man das Stück stehen lassen sollte.“ Und so beantwortete die Wittenerin die Fragen aus dem Publikum. „Gretchen reloaded“ ist keine Unterhaltung: „Ich will zum Nachdenken anregen", sagte die Schauspielerin.
"Gretchen reloaded" schockt mit Thema Kinder-Schwangerschaft
Eschenburg-Eibelshausen (mg/s). Ein blutverschmiertes Nachthemd schockiert im allerersten Moment die Zuschauer. Orientierungslos und verschwitzt betritt die 13-jährige „Jenny“, gespielt von Sonni Maier, die Bühne. Die Baby-Schreie im Hintergrund verraten, was kurz davor geschehen ist: Das Mädchen hat alleine eine Geburt durchgestanden. Das ist eine Szene aus dem Theaterstück „Gretchen reloaded". Am Freitagabend ist es in der Freien evangelischen Gemeinde in Eibelshausen vor rund 100 Zuschauern aufgeführt worden.
Es ist ein schrecklicher Anblick, den die Zuschauer im ersten Moment zu sehen bekamen. Denn die körperlich schmerzlichen Erfahrungen, die die Protagonistin wohl im Vorfeld erlebt hat, paaren sich mit kindlicher Naivität. Hier hat die Autorin das „Gretchen“ aus Goethes Faust zur Hauptfigur werden lassen - mehr hat das Stück jedoch mit dem Theaterklassiker nicht gemein. Der erste Schritt von Jenny geht zu ihrem Kuschelhasen, dem erst einmal erklärt wird: „Es ist nichts passiert!“ Verdrängung ist das Rezept der 13-jährigen Jenny, die das schreiende Baby im Nachbarzimmer nicht hören will und sich deshalb mit Spielen ab lenkt. Denn während das Neugeborene im Hinterzimmer wimmert, spielt die junge Mutter mit ihrem Hasen ausgedehnt Verstecken - zu lange für den Zuschauer, der mit der kindlichen Naivität und Verdrängung von "Jenny" regelrecht gequält wird.
Auch die kurze Freude über das Kind ist nicht von langer Dauer. Vater Heinrich will von dem Kind nichts wissen, weist die Anrufe immer wieder ab und hört noch nicht mal den Satz der jungen Mutter: „Du bist jetzt Papa.“
Die Nachricht des Stückes wird schon in der ersten Viertelstunde deutlich: Ein Kind, ist ungewollt schwanger geworden - eine Warnung vor unbedachtem Sex. Doch Schauspielerin und Autorin Sonni Maier setzte in der zweiten Hälfte des Stückes noch einen drauf.
Erst nach und nach eröffnet sich die ganze Geschichte des 13-iährigen Mädchens, die einige Monate zuvor noch in einer heilen Kinderwelt aufgehoben war. Neugierig wurde sie, als sie dann in einem „Chartroom“ ihren Gesprächspartner „Dreamboy17“' traf. Er sei so verständnisvoll und nett gewesen. „Mit ihm konnte ich über alles reden. Und er sagte ich sei hübsch.“ Die Wahrheit über den Chatpartner „Dreamboy17“ löste jedoch ein Raunen im Zuschauerraum aus: „Dreamboy17 war gar nicht 17, sondern 42 und hieß Heinrich." Schon wurde die Geschichte auf eine andere Ebene gehoben. Das Mädchen verliebte sich in den zweifachen Familienvater. Der gab Jenny das Gefühl, sie wirklich zu lieben. „Er schenkte mir eine Diddl-Maus und ein durchsichtiges Träger-Top und sagte, ich würde damit sexy aussehen." Auch sein weiches Bett im Schlafzimmer durfte sie mit ihm ausprobieren. Die Schwangerschaft habe Heinrich immer abgelehnt, doch Jenny verwarf den Wunsch nach einer kleinen Familie mit ihrer großen Liebe nicht und behielt das Kind.
Während das die 13-jährige den Werdegang ihrer, zumal verschleierten, Schwangerschaft erzählte, bohrte sich immer wieder das Schreien des Neugeborenen in den Raum und in den Kopf der Protagonistin, die letztlich kurz davor ist, das Kind zu töten und damit alles ungeschehen zu machen und zurückzukehren, in ihre Kinderwelt: „Ich bin doch nur ein einfaches Mädchen.“ Doch es trifft nur den Kuschelhasen, der fast mit einem Küchenmesser erstochen wird.
Die gelernte Schauspielerin Sonni Maier fuhr mit den Zuschauern Stimmungsachterbahn. Zurück blieb Fassungslosigkeit. Über das Schicksal und über Menschen, die in der Lage sind, Kinder dermaßen auszunutzen. Tröstlich war letztlich, dass sich Jenny dann doch für ihr Kind entschied und versprach ihm Liebe zu geben.
Nach dem Stück bot Sonni Maier noch ein Nachgespräch an. „Ich finde nicht, dass man das Stück stehen lassen sollte.“ Und so beantwortete die Wittenerin die Fragen aus dem Publikum. „Gretchen reloaded“ ist keine Unterhaltung: „Ich will zum Nachdenken anregen", sagte die Schauspielerin.
Mitteldeutsche Zeitung vom 10.09.09:
"Das war voll krass und ging total unter die Haut, kommentierte die 16-jährige Cindy nach der Aufführung."
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"Jennys Geschichte beschert Jugendlichen eine Gänsehaut"
Sonni Maier gastiert mit dem Theaterstück "Gretchen reloaded" in der Sekundarschule III in Zeitz. 140 Schüler erleben eine Stunde voller Gefühl. Von Uta Kunick Zeitz. Mucksmäuschenstill ging es kürzlich in der sechsten Unterrichtsstunde in der Aula der Sekundarschule in der Schillerstraße zu. Und das obwohl hier 140 Schüler aus den achten bis zehnten Klassen der Sekundarschule III und aus der Pestalozzischule Zeitz dicht gedrängt zusammensaßen.
Die 13- bis 17- Jährigen richteten ihre ganze Aufmerksamkeit auf Sonni Maier. Die Schauspielerin zog die Teenager mit der Aufführung „Gretchen reloaded“ in ihren Bann. Sie spielt in dem Ein-Frau-Stück ein minderjähriges Mädchen, das ungewollt schwanger wird. Jenny bringt ihr Kind heimlich zur Welt. Während das Neugeborene hinter der verschlossenen Tür schreit, kuschelt sie sich im Wohnzimmer voller Verzweiflung an ihr Plüschtier. Der Teddy wird zum Partner. Er agiert als stiller Zuhörer, als das Mädchen im Zwielicht der Gefühle – mal voller Phantasie und dann wieder fast wahnsinnig werdend – ihr Geschichte erzählt. Die Zuschauer erleben, welche Kämpfe die junge Mutter, die selber noch kindliche Züge hat, mit sich und der Welt ausfechten muss. Dabei will Jenny nur geliebt werden. Sie trifft im Internet auf Dreamboy 17. Der schreibt ihr schöne Sachen, sie verknallt sich und trifft sich mit ihm. Dass er nicht 17 sondern schon 42 Jahre alt ist, stört sie nicht. Heinrich macht ihr Geschenke, nennt sie „mein kleines Gretchen“ und nimmt sie mit zu sich nach Hause, wo er sie schließlich verführt. Jenny wird schwanger. Die Mitschüler merken, dass sie sich mehr und mehr zurückzieht und auch molliger wird, doch niemand fragt nach dem Warum. Auch den Eltern bleibt die Schwangerschaft der Tochter verborgen. Und Heinrich, der bekam, was e wollte, geht nicht mehr ans Telefon. Für Jenny bricht eine Welt zusammen. Sie muss sich entscheiden, ob sie das Baby will oder nicht.
„Das war voll krass und ging total unter die Haut“, kommentierte die 16-Jährige Cindy nach der Aufführung. Die gleichaltrige Olesja fand die Geschichte sehr emotional, stellenweise auch brutal.
Das Stück „Gretchen reloaded“ hat Sonni Maier selber geschrieben. Es lehnt sich an die Gretchen-tragödie aus Goethes „Faust“ an: die klassische Geschichte einer tragischen Teenagerschwangerschaft, wie die Theaterwissenschaftlerin befindet. Und ein Thema, das viele bewegt, weil es aktuell ist und sich Kindstötungen hierzulande häufen. Jährlich werden in Deutschland bis zu 20 000 Minderjährige schwanger. Die Hälfte dieser ungewollten Babys wird abgetrieben.
Sonni Maier zeigt Wege auf, wie verzweifelten Müttern geholfen werden kann. Initiiert wurde die Aufführung an der Sekundarschule III von Karola Herrmann vom Gesundheitsamt Burglandkreis. Sie kommt an Schulen unter anderem bei Projekten rund um die Sexualpädagogik zum Einsatz.
Sonni Maier gastiert mit dem Theaterstück "Gretchen reloaded" in der Sekundarschule III in Zeitz. 140 Schüler erleben eine Stunde voller Gefühl. Von Uta Kunick Zeitz. Mucksmäuschenstill ging es kürzlich in der sechsten Unterrichtsstunde in der Aula der Sekundarschule in der Schillerstraße zu. Und das obwohl hier 140 Schüler aus den achten bis zehnten Klassen der Sekundarschule III und aus der Pestalozzischule Zeitz dicht gedrängt zusammensaßen.
Die 13- bis 17- Jährigen richteten ihre ganze Aufmerksamkeit auf Sonni Maier. Die Schauspielerin zog die Teenager mit der Aufführung „Gretchen reloaded“ in ihren Bann. Sie spielt in dem Ein-Frau-Stück ein minderjähriges Mädchen, das ungewollt schwanger wird. Jenny bringt ihr Kind heimlich zur Welt. Während das Neugeborene hinter der verschlossenen Tür schreit, kuschelt sie sich im Wohnzimmer voller Verzweiflung an ihr Plüschtier. Der Teddy wird zum Partner. Er agiert als stiller Zuhörer, als das Mädchen im Zwielicht der Gefühle – mal voller Phantasie und dann wieder fast wahnsinnig werdend – ihr Geschichte erzählt. Die Zuschauer erleben, welche Kämpfe die junge Mutter, die selber noch kindliche Züge hat, mit sich und der Welt ausfechten muss. Dabei will Jenny nur geliebt werden. Sie trifft im Internet auf Dreamboy 17. Der schreibt ihr schöne Sachen, sie verknallt sich und trifft sich mit ihm. Dass er nicht 17 sondern schon 42 Jahre alt ist, stört sie nicht. Heinrich macht ihr Geschenke, nennt sie „mein kleines Gretchen“ und nimmt sie mit zu sich nach Hause, wo er sie schließlich verführt. Jenny wird schwanger. Die Mitschüler merken, dass sie sich mehr und mehr zurückzieht und auch molliger wird, doch niemand fragt nach dem Warum. Auch den Eltern bleibt die Schwangerschaft der Tochter verborgen. Und Heinrich, der bekam, was e wollte, geht nicht mehr ans Telefon. Für Jenny bricht eine Welt zusammen. Sie muss sich entscheiden, ob sie das Baby will oder nicht.
„Das war voll krass und ging total unter die Haut“, kommentierte die 16-Jährige Cindy nach der Aufführung. Die gleichaltrige Olesja fand die Geschichte sehr emotional, stellenweise auch brutal.
Das Stück „Gretchen reloaded“ hat Sonni Maier selber geschrieben. Es lehnt sich an die Gretchen-tragödie aus Goethes „Faust“ an: die klassische Geschichte einer tragischen Teenagerschwangerschaft, wie die Theaterwissenschaftlerin befindet. Und ein Thema, das viele bewegt, weil es aktuell ist und sich Kindstötungen hierzulande häufen. Jährlich werden in Deutschland bis zu 20 000 Minderjährige schwanger. Die Hälfte dieser ungewollten Babys wird abgetrieben.
Sonni Maier zeigt Wege auf, wie verzweifelten Müttern geholfen werden kann. Initiiert wurde die Aufführung an der Sekundarschule III von Karola Herrmann vom Gesundheitsamt Burglandkreis. Sie kommt an Schulen unter anderem bei Projekten rund um die Sexualpädagogik zum Einsatz.
Thüringer Allgemeine vom 09.09.09:
"Das Mädchen ist verzweifelt, hin und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Liebe und Freiheit, der einzige Zuhörer ist ihr Stoffschaf."
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"Packende Abgründe"
Von Kathleen Lindemann.
Arnstadt. Gespannte Stille, bis ein rockiger Mix aus Kinderliedern a là „Hänschen klein“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ die Ruhe des Raumes durchschneidet. Gleich darauf geht's los - Babygeschrei, welches fast das ganze Theaterstück im Hintergrund zu hören sein wird. Dann kommt plötzlich Sonni Maier, in der Figur der 13-jährigen Jenny, verstört auf die karge, schwarz-weiße Bühne gestolpert. Ihre schneeweiße Unterwäsche ist blutverschmiert, im Kinderzimmer nebenan hat sie gerade ihr Baby zur Welt gebracht. Die (leider nur wenigen) Zuschauer sind schockiert. Aber es sollte noch packender werden. Abgründe tun sich während der nächsten Stunde auf. Heinrich, den 42-jährigen pädophilen Erzeuger des Babys, hat Jenny in einem Internetchat kennengelernt, dieser will nun nichts mehr von ihr wissen. Das Mädchen ist verzweifelt, hin und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Liebe und Freiheit, der einzige Zuhörer ist ihr Stoffschaf. Am Ende geht das Drama, anders als in Goethes „Faust“, woran das Stück angelehnt ist, gut aus. Jenny nimmt nach zwei erfolglosen Mordversuchen ihre Mutterrolle an. Tosender Applaus, alle im Saal sind erleichtert. Lisa Rosenkranz aus der 11. Klasse des Gymnasiums freute sich ebenfalls über das gute Ende. Den Anfang mit Blut und Babygeschrei fand sie „sehr authentisch. Allerdings hat das Stück auch nachdenklich gemacht und im Endeffekt eher abschreckend gewirkt.“
Die Solokünstlerin will mit ihrer Traumrolle, des modernen Gretchens Jugendliche für die Thematik der frühen Schwangerschaft sensibilisieren, ihnen Wege des Umgangs aufzeigen und zum Schutz davor anregen.
Von Kathleen Lindemann.
Arnstadt. Gespannte Stille, bis ein rockiger Mix aus Kinderliedern a là „Hänschen klein“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ die Ruhe des Raumes durchschneidet. Gleich darauf geht's los - Babygeschrei, welches fast das ganze Theaterstück im Hintergrund zu hören sein wird. Dann kommt plötzlich Sonni Maier, in der Figur der 13-jährigen Jenny, verstört auf die karge, schwarz-weiße Bühne gestolpert. Ihre schneeweiße Unterwäsche ist blutverschmiert, im Kinderzimmer nebenan hat sie gerade ihr Baby zur Welt gebracht. Die (leider nur wenigen) Zuschauer sind schockiert. Aber es sollte noch packender werden. Abgründe tun sich während der nächsten Stunde auf. Heinrich, den 42-jährigen pädophilen Erzeuger des Babys, hat Jenny in einem Internetchat kennengelernt, dieser will nun nichts mehr von ihr wissen. Das Mädchen ist verzweifelt, hin und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Liebe und Freiheit, der einzige Zuhörer ist ihr Stoffschaf. Am Ende geht das Drama, anders als in Goethes „Faust“, woran das Stück angelehnt ist, gut aus. Jenny nimmt nach zwei erfolglosen Mordversuchen ihre Mutterrolle an. Tosender Applaus, alle im Saal sind erleichtert. Lisa Rosenkranz aus der 11. Klasse des Gymnasiums freute sich ebenfalls über das gute Ende. Den Anfang mit Blut und Babygeschrei fand sie „sehr authentisch. Allerdings hat das Stück auch nachdenklich gemacht und im Endeffekt eher abschreckend gewirkt.“
Die Solokünstlerin will mit ihrer Traumrolle, des modernen Gretchens Jugendliche für die Thematik der frühen Schwangerschaft sensibilisieren, ihnen Wege des Umgangs aufzeigen und zum Schutz davor anregen.
Wetterauer Zeitung vom 06.03.09:
"Die vielen Fragen, die Sonni Maier im Anschluss an die Aufführung beantworten musste, zeigten, dass ihre Darbietung eine nachhaltige Wirkung hinterlassen hatte."
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"Verzweiflung und Hoffnung eines Teenagers"
Theater zur Schwangerschaftsproblematik in der Johann-Philipp-Reis-Schule
Friedberg (pm). Immer wieder kommt es bei jungen Mädchen zu unerwarteten Schwangerschaften mit all ihren problematischen Begleitumständen, in extremen Fällen bis hin zu Kindstötungen. Soll das Kind ausgetragen, zur Adoption freigegeben oder abgetrieben werden? Wie geht ein junges Mädchen mit einer solchen Schwangerschaft um? Welche Sorgen und Nöte warten auf sie?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des beklemmenden Solostücks »Gretchen reloaded« der Schauspielerin Sonni Maier, die ihr in Anlehnung an Goethes Faust auf die Gegenwart konzipiertes Stück in der Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) vor über 100 Schülerinnen und Schülern sowie deren Lehrer aufführte.
Das Stück spielt in einem einzigen Zimmer, innerhalb einer Zeitstunde. Gretchen, in der Fassung von Sonni Maier 13 Jahre alt und von einem verheirateten Mann geschwängert, hat gerade ihr Kind geboren und ringt mit der Frage, was sie mit dem Kind tun soll.
Nachhaltig vermochte die Schauspielerin die Verzweiflung und Hoffnung der jungen Mutter angesichts der schier ausweglos scheinenden Perspektive nach der Geburt ihres Kindes so zum Ausdruck zu bringen, dass die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende gespannt der Vorführung folgten.
Die vielen Fragen, die Sonni Maier im Anschluss an die Aufführung beantworten musste, zeigten, dass ihre Darbietung eine nachhaltige Wirkung hinterlassen hatte. Dabei wurden auch viele Möglichkeiten der Schwangerschaftsberatung gesammelt.
Theater zur Schwangerschaftsproblematik in der Johann-Philipp-Reis-Schule
Friedberg (pm). Immer wieder kommt es bei jungen Mädchen zu unerwarteten Schwangerschaften mit all ihren problematischen Begleitumständen, in extremen Fällen bis hin zu Kindstötungen. Soll das Kind ausgetragen, zur Adoption freigegeben oder abgetrieben werden? Wie geht ein junges Mädchen mit einer solchen Schwangerschaft um? Welche Sorgen und Nöte warten auf sie?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des beklemmenden Solostücks »Gretchen reloaded« der Schauspielerin Sonni Maier, die ihr in Anlehnung an Goethes Faust auf die Gegenwart konzipiertes Stück in der Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) vor über 100 Schülerinnen und Schülern sowie deren Lehrer aufführte.
Das Stück spielt in einem einzigen Zimmer, innerhalb einer Zeitstunde. Gretchen, in der Fassung von Sonni Maier 13 Jahre alt und von einem verheirateten Mann geschwängert, hat gerade ihr Kind geboren und ringt mit der Frage, was sie mit dem Kind tun soll.
Nachhaltig vermochte die Schauspielerin die Verzweiflung und Hoffnung der jungen Mutter angesichts der schier ausweglos scheinenden Perspektive nach der Geburt ihres Kindes so zum Ausdruck zu bringen, dass die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende gespannt der Vorführung folgten.
Die vielen Fragen, die Sonni Maier im Anschluss an die Aufführung beantworten musste, zeigten, dass ihre Darbietung eine nachhaltige Wirkung hinterlassen hatte. Dabei wurden auch viele Möglichkeiten der Schwangerschaftsberatung gesammelt.
Lausitzer Rundschau vom 22.11.08:
"Sehr ergreifend."
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"Der Kampf einer 13-Jährigen"
von Ute Richter
Gefühle und Gedanken eines 13-jährigen Mädchens standen am Donnerstagabend in der Gubener "Fabrik" in der Theateraufführung "Gretchen reloaded" im Mittelpunkt. Die Besucher erlebten, welche Kämpfe das Mädchen in der Stunde nach der heimlichen Geburt eines Kindes mit sich und der Welt austragen musste. Eine Stunde, die über Kind- und Erwachsensein sowie über Leben und Tod des Kindes entscheiden sollte.
Darstellerin Sonni Maier hat Theaterwissenschaften und Pädagogik in Bochum studiert. Sie wollte unbedingt Schauspielerin werden und den Leuten Werte vermitteln, erzählt sie selbst. Sie sei schon immer vom "Faust" fasziniert gewesen, und die Rolle des Gretchens habe es ihr angetan.
Als sich vor etwa drei Jahren die Tötungen von Babys von ganz jungen Müttern häuften, habe sie sofort gewusst, dass das ein aktuelles und sehr brisantes Thema für ein Theaterstück sei. Sie habe selbst verstehen wollen, was in einem solchen Mädchen vorgeht. Zudem will sie mit dem Stück, das sie selbst geschrieben hat und komplett allein auf der Bühne präsentiert, aufklären.
Im August dieses Jahres hatte das Stück in Witten Premiere. Seitdem tourt Sonni Maier gemeinsam mit ihrem Mann, der für die Technik verantwortlich ist, durch Deutschland. In Guben waren die Aufführungen Nummer 12 und 13 zu sehen. Am Vormittag sahen Jugendliche aus Gubener Schulen das Stück, am Abend waren es vor allem Frauen, die, wie sie später berichteten, sehr ergriffen von dem Thema sowie der Aufführung waren.
Julia Markowski und ihre Mutter Elke fanden die Aufführung sehr ergreifend. Im Stück habe man erlebt, dass junge Frauen oft sehr unaufgeklärt seien oder einfach nur völlig hilflos.
Die Protagonistin des Stückes, Jenny, will einfach nur geliebt werden. Da kommt ihr "Dreamboy 17" aus dem Internet gerade recht. Er entpuppt sich bei einem Treffen als 42-jähriger Familienvater. Doch das junge Mädchen glaubt seinen Worten von der ganz großen Liebe. Sie wird schwanger. Er will eine Abtreibung, sie nicht. Niemand aus Jennys Umfeld, weder Eltern noch Freunde, will etwas von der Schwangerschaft gemerkt haben. Plötzlich kommt das Kind in ihrem Jugendzimmer zur Welt, und Jenny kämpft den vermutlich schwersten Kampf ihres Lebens. Ihr Plüschschaf wird zum Opferlamm, das sie mit einer Decke symbolisch erstickt. Die Schreie ihres Kindes aus dem Nebenraum lassen sie am Ende zur Mutter werden, denn sie weiß, ihr Kind will nur geliebt werden, wie sie selbst auch.
Initiiert wurden die Aufführungen in Guben vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie des Landkreises Spree-Neiße. Mit Lydia Lindow und Karsten Geilich vom "Fabrik" e. V. seien kompetente Partner für dieses hochbrisante Thema gefunden worden, so Kati Eiselt und Dolores Plenske vom Landkreis.
von Ute Richter
Gefühle und Gedanken eines 13-jährigen Mädchens standen am Donnerstagabend in der Gubener "Fabrik" in der Theateraufführung "Gretchen reloaded" im Mittelpunkt. Die Besucher erlebten, welche Kämpfe das Mädchen in der Stunde nach der heimlichen Geburt eines Kindes mit sich und der Welt austragen musste. Eine Stunde, die über Kind- und Erwachsensein sowie über Leben und Tod des Kindes entscheiden sollte.
Darstellerin Sonni Maier hat Theaterwissenschaften und Pädagogik in Bochum studiert. Sie wollte unbedingt Schauspielerin werden und den Leuten Werte vermitteln, erzählt sie selbst. Sie sei schon immer vom "Faust" fasziniert gewesen, und die Rolle des Gretchens habe es ihr angetan.
Als sich vor etwa drei Jahren die Tötungen von Babys von ganz jungen Müttern häuften, habe sie sofort gewusst, dass das ein aktuelles und sehr brisantes Thema für ein Theaterstück sei. Sie habe selbst verstehen wollen, was in einem solchen Mädchen vorgeht. Zudem will sie mit dem Stück, das sie selbst geschrieben hat und komplett allein auf der Bühne präsentiert, aufklären.
Im August dieses Jahres hatte das Stück in Witten Premiere. Seitdem tourt Sonni Maier gemeinsam mit ihrem Mann, der für die Technik verantwortlich ist, durch Deutschland. In Guben waren die Aufführungen Nummer 12 und 13 zu sehen. Am Vormittag sahen Jugendliche aus Gubener Schulen das Stück, am Abend waren es vor allem Frauen, die, wie sie später berichteten, sehr ergriffen von dem Thema sowie der Aufführung waren.
Julia Markowski und ihre Mutter Elke fanden die Aufführung sehr ergreifend. Im Stück habe man erlebt, dass junge Frauen oft sehr unaufgeklärt seien oder einfach nur völlig hilflos.
Die Protagonistin des Stückes, Jenny, will einfach nur geliebt werden. Da kommt ihr "Dreamboy 17" aus dem Internet gerade recht. Er entpuppt sich bei einem Treffen als 42-jähriger Familienvater. Doch das junge Mädchen glaubt seinen Worten von der ganz großen Liebe. Sie wird schwanger. Er will eine Abtreibung, sie nicht. Niemand aus Jennys Umfeld, weder Eltern noch Freunde, will etwas von der Schwangerschaft gemerkt haben. Plötzlich kommt das Kind in ihrem Jugendzimmer zur Welt, und Jenny kämpft den vermutlich schwersten Kampf ihres Lebens. Ihr Plüschschaf wird zum Opferlamm, das sie mit einer Decke symbolisch erstickt. Die Schreie ihres Kindes aus dem Nebenraum lassen sie am Ende zur Mutter werden, denn sie weiß, ihr Kind will nur geliebt werden, wie sie selbst auch.
Initiiert wurden die Aufführungen in Guben vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie des Landkreises Spree-Neiße. Mit Lydia Lindow und Karsten Geilich vom "Fabrik" e. V. seien kompetente Partner für dieses hochbrisante Thema gefunden worden, so Kati Eiselt und Dolores Plenske vom Landkreis.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 26.08.08:
"Während der Säugling im Nebenraum nach seiner Mutter schreit, durchlebt die Jugendliche auf der Bühne komprimiert in einer Zeitstunde alle Gefühlszustände zwischen Stolz, Trauer, Wut, Hass und romantischer Liebe."
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Das Geheimnis einer Nacht
von Michaela Schloemann
„Da ist gar nichts. Das habe ich bloß geträumt!” versichert Jenny sich und ihrem Stofftier. In ihrem buchstäblich kurzen Hemd steht sie blutverschmiert auf der Bühne und schaut hinüber in ihr Jugendzimmer. Dort hat sie gerade ein Baby zur Welt gebracht.
Ungewollt und irgendwie auch unbewusst. Eine alt bekannte und doch aktuelle Problematik, der sich Schauspielerin und Autorin Sonni Maier in ihrer Inszenierung „Gretchen reloaded” annimmt. Ihre Premiere feierte sie an zwei Tagen im Haus Witten.
Von Goethes Faust-Geschichte bleiben nur Fragmente. Aus Gretchen ist Jenny geworden, die seit ein paar Minuten ein Kind von ihrem Lehrer Heinrich hat. Ein Schock nach der versteckten Schwangerschaft, seiner Forderung nach Abtreibung und der Ignoranz der Freunde und Eltern. Jenny ist allein zu Hause und hilflos, Kindsvater Heinrich will nichts von ihr und dem Baby wissen. Was tun?
Während der Säugling im Nebenraum nach seiner Mutter schreit, durchlebt die Jugendliche auf der Bühne komprimiert in einer Zeitstunde alle Gefühlszustände zwischen Stolz, Trauer, Wut, Hass und romantischer Liebe. Oftmals mit extremen Sprüngen und Gegensätzen. Es gibt nur schwarz oder weiß – so wie im Bühnenbild.
Auf ihrer Suche nach Liebe, Verständnis und einer Lösung hat sie nur einen Verbündeten: ihr Stofftier-Schaf, das vom Unschuldslamm zum blutverschmierten Babyersatz wird, als es um eine mögliche Tötung als Lösung all ihrer Probleme geht. Auch wenn Jennys Entscheidung am Ende im Gegensatz zu Goethes Gretchen eine für das Leben ist, so geht es Darstellerin und Autorin Sonni Maier spürbar vor allem um die Darstellung der ganz unterschiedlichen Gefühlszustände während der Entscheidungsfindung.
Trotz des gefühlsmäßigen Schnelldurchlaufs und der Darstellung des Erwachsenwerdens im Zeitraffer schafft die Wittener Theatermacherin es so, eine Vielzahl von Anregungen zur anschließenden Diskussion zu geben. Das Premierenpublikum belohnte die intensive Arbeit mit einem lang anhaltenden Applaus.
von Michaela Schloemann
„Da ist gar nichts. Das habe ich bloß geträumt!” versichert Jenny sich und ihrem Stofftier. In ihrem buchstäblich kurzen Hemd steht sie blutverschmiert auf der Bühne und schaut hinüber in ihr Jugendzimmer. Dort hat sie gerade ein Baby zur Welt gebracht.
Ungewollt und irgendwie auch unbewusst. Eine alt bekannte und doch aktuelle Problematik, der sich Schauspielerin und Autorin Sonni Maier in ihrer Inszenierung „Gretchen reloaded” annimmt. Ihre Premiere feierte sie an zwei Tagen im Haus Witten.
Von Goethes Faust-Geschichte bleiben nur Fragmente. Aus Gretchen ist Jenny geworden, die seit ein paar Minuten ein Kind von ihrem Lehrer Heinrich hat. Ein Schock nach der versteckten Schwangerschaft, seiner Forderung nach Abtreibung und der Ignoranz der Freunde und Eltern. Jenny ist allein zu Hause und hilflos, Kindsvater Heinrich will nichts von ihr und dem Baby wissen. Was tun?
Während der Säugling im Nebenraum nach seiner Mutter schreit, durchlebt die Jugendliche auf der Bühne komprimiert in einer Zeitstunde alle Gefühlszustände zwischen Stolz, Trauer, Wut, Hass und romantischer Liebe. Oftmals mit extremen Sprüngen und Gegensätzen. Es gibt nur schwarz oder weiß – so wie im Bühnenbild.
Auf ihrer Suche nach Liebe, Verständnis und einer Lösung hat sie nur einen Verbündeten: ihr Stofftier-Schaf, das vom Unschuldslamm zum blutverschmierten Babyersatz wird, als es um eine mögliche Tötung als Lösung all ihrer Probleme geht. Auch wenn Jennys Entscheidung am Ende im Gegensatz zu Goethes Gretchen eine für das Leben ist, so geht es Darstellerin und Autorin Sonni Maier spürbar vor allem um die Darstellung der ganz unterschiedlichen Gefühlszustände während der Entscheidungsfindung.
Trotz des gefühlsmäßigen Schnelldurchlaufs und der Darstellung des Erwachsenwerdens im Zeitraffer schafft die Wittener Theatermacherin es so, eine Vielzahl von Anregungen zur anschließenden Diskussion zu geben. Das Premierenpublikum belohnte die intensive Arbeit mit einem lang anhaltenden Applaus.
Ruhrnachrichten vom 25.08.08:
"Sonni Maier lieferte eine großartige schauspielerische Leistung ab, packend, voll hautnaher Authentizität."
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"Gretchen reloaded" im Haus Witten
Von Martin Schreckenschläger
Im Haus Witten hatte mit "Gretchen reloaded" das berührende Erstlingswerk der aus dem Allgäu stammenden Wahl-Wittenerin Sonni Maier Premiere. Intensiv hat sich die junge Autorin ein Jahr lang mit den Seelennöten einer 13-Jährigen auseinander gesetzt, die nach der Geburt eines Kindes alleine klarkommen muss.
Bei dieser dramaturgischen "Erstgeburt" wurde Sonni Maier unterstützt durch die Regisseurin Monica Degen. Etwa 100 vielfach auswärtige Besucher verfolgten die Aufführung im kargen Schwarz-Weiß des Bühnenbildes.
Heinrich, der Kindsvater, bricht den Kontakt ab. Die Eltern haben die Schwangerschaft nicht bemerkt. Das soziale Umfeld, Mitschüler und Klassenlehrerin, werden Erklärungen verlangen.
"Gretchen", wie Heinrich in Anspielung an Goethes Faust seine minderjährige Geliebte genannt hat, versucht, das eben Geborene zu verdrängen, sucht Halt im Dialog mit ihrem Kuscheltier. "Da is nix. Da is gar nix!", beteuert sie dem Schäfchen, im kläglichen Versuch der Selbsttäuschung.
Unsicherheit schlägt in Panik um
Ein Abgrund nach dem anderen tut sich vor ihr auf, Unsicherheit schlägt in Panik um. Ihren aufkommenden Hass lässt sie am Schäfchen aus.
Sonni Maier lieferte eine großartige schauspielerische Leistung ab, packend, voll hautnaher Authentizität. Mit Ihrem Stück, das am Sonntag ein zweites Mal im Haus Witten zu sehen war, geht sie auf Tournee, will vor allem Schulen besuchen, jungen Mädchen Hilfestellung geben: Ein Votum für das Leben.
Von Martin Schreckenschläger
Im Haus Witten hatte mit "Gretchen reloaded" das berührende Erstlingswerk der aus dem Allgäu stammenden Wahl-Wittenerin Sonni Maier Premiere. Intensiv hat sich die junge Autorin ein Jahr lang mit den Seelennöten einer 13-Jährigen auseinander gesetzt, die nach der Geburt eines Kindes alleine klarkommen muss.
Bei dieser dramaturgischen "Erstgeburt" wurde Sonni Maier unterstützt durch die Regisseurin Monica Degen. Etwa 100 vielfach auswärtige Besucher verfolgten die Aufführung im kargen Schwarz-Weiß des Bühnenbildes.
Heinrich, der Kindsvater, bricht den Kontakt ab. Die Eltern haben die Schwangerschaft nicht bemerkt. Das soziale Umfeld, Mitschüler und Klassenlehrerin, werden Erklärungen verlangen.
"Gretchen", wie Heinrich in Anspielung an Goethes Faust seine minderjährige Geliebte genannt hat, versucht, das eben Geborene zu verdrängen, sucht Halt im Dialog mit ihrem Kuscheltier. "Da is nix. Da is gar nix!", beteuert sie dem Schäfchen, im kläglichen Versuch der Selbsttäuschung.
Unsicherheit schlägt in Panik um
Ein Abgrund nach dem anderen tut sich vor ihr auf, Unsicherheit schlägt in Panik um. Ihren aufkommenden Hass lässt sie am Schäfchen aus.
Sonni Maier lieferte eine großartige schauspielerische Leistung ab, packend, voll hautnaher Authentizität. Mit Ihrem Stück, das am Sonntag ein zweites Mal im Haus Witten zu sehen war, geht sie auf Tournee, will vor allem Schulen besuchen, jungen Mädchen Hilfestellung geben: Ein Votum für das Leben.
Trailer Ruhrgebiet vom 23.08.08:
"Unser "Unbedingt ansehen"-Tipp!"
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Jenny kann es nicht mehr verbergen. Neun Monate lang hat sie es geheimgehalten, den Kugelbauch unter weiten Pullis versteckt. Nun ist es da, und auch sie kann ihre Augen nicht mehr davor verschließen: In ihrem Kinderzimmer liegt ein Baby. Ihr Baby.
Was tun? In einer Stunde werden ihre Eltern heimkommen. Sie kann es ihnen nicht sagen. Sie will es ihnen nicht sagen. Eine Stunde. Eine Stunde Zeit, in der Jenny die grausamste Entscheidung ihres Lebens treffen muss: Was tun mit dem Kind.
Die Wittener Schauspielerin Sonni Maier spielt ein beklemmendes, intensives Solostück zum Thema Teenagerschwangerschaft.
Geschickt verlegt sie dabei die Gretchentragödie aus Goethes ”Faust” in die heutige Zeit.
Unser "Unbedingt ansehen"-Tipp!
Was tun? In einer Stunde werden ihre Eltern heimkommen. Sie kann es ihnen nicht sagen. Sie will es ihnen nicht sagen. Eine Stunde. Eine Stunde Zeit, in der Jenny die grausamste Entscheidung ihres Lebens treffen muss: Was tun mit dem Kind.
Die Wittener Schauspielerin Sonni Maier spielt ein beklemmendes, intensives Solostück zum Thema Teenagerschwangerschaft.
Geschickt verlegt sie dabei die Gretchentragödie aus Goethes ”Faust” in die heutige Zeit.
Unser "Unbedingt ansehen"-Tipp!
WAZ vom 12.08.08:
"Eine 200 Jahre alte Geschichte, die noch immer höchst brisant ist."
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"Theater mit Mission"
Sonni Maier hat den Stoff aus Goethes "Faust" im Stück "Gretchen reloaded" in die Gegenwart übertragen. Sie selbst spielt das Mädchen Jenny, das ungewollt schwanger wird. Uraufführung am 22. August im Haus Witten.
Von Claudia Vüllers
Bei den meisten Schülern wird sich Goethes "Faust" nicht als Aha-Erlebnis im Gedächtnis festgesetzt haben. Bei Sonni Maier schon. Vor allem das Gretchen hat es ihr angetan. "Das war schon immer meine Traumrolle." Jetzt hat sie um ihre Traumrolle ein ganzes Stück geschrieben - und ein heißes Eisen angefasst. "Gretchen reloaded" heißt das Theaterstück, das am 22. August (Freitag) im Haus Witten Uraufführung feiert. Und darin spielt Sonni Maier das Mädchen Jenny, das ihre Schwangerschaft neun Monate lang unter weiten Pullis versteckt hat. Doch eines Tages ist es soweit, das Baby kommt in ihrem Kinderzimmer zur Welt. Und Jenny hat nur eine Stunde Zeit, über Leben und Tod des Kindes zu entscheiden. Denn dann kommen ihre Eltern wieder nach Hause.
Immer noch brisant
Die Idee zu dem Theaterstück kam Sonni Maier vor einiger Zeit, als immer wieder Nachrichten von jungen Müttern über die TV-Bildschirme flimmerten, die ihre Kinder umgebracht hatten. "Das ist genau die Geschichte von Goethes Gretchen", wurde der 27 -Jährigen plötzlich klar. "Die Geschichte eines Teenagers, der ungewollt schwanger wird und sein Kind tötet." Eine 200 Jahre alte Geschichte, die noch immer höchst brisant ist. Also setzte sie sich hin und schrieb das einstündige Theaterstück, in dem sie auch die einzige Rolle spielt. Unterstützt wurde sie in der Entstehung des Stückes und in der Inszenierung von Regisseurin Monica Degen. "Es ist immer gut, wenn jemand von außen auf ein Stück schauen kann", sagt Sonni Maier. Am 22. August ist Premiere im Haus Witten. Danach geht Sonni Maier mit "Gretchen reloaded" auf Tournee. Acht Termine an Schulen unter anderem in Frankfurt und in der Gegend von Erfurt stehen schon fest, weitere sollen folgen. Auf die Schüler freut sie sich ganz besonders. Denn genau diese Jugendlichen möchte die 27 -Jährige für das Thema sensibilisieren. Deshalb hat sie auch Unterrichtsmaterialien zu Verhütung und ungewollter Schwangerschaft vorbereitet, mit denen ihr Stück in den Schulen vor- oder nachbereitet werden kann. "Ich mache Theater mit einer Mission. Ich möchte die Menschen aufwecken und sie dazu bringen, Stellung zu beziehen", sagt Sonni Maier. Und dafür sei das Theater viel geeigneter als das Fernsehen oder einfache Worte - weil es Menschen berühre. Auch wenn das neue Stück sie in den nächsten Monaten voll beanspruchen wird - der Terminkalender von Sonni Maier ist auch so gut gefüllt. Sie spielt in Stücken der Wittener Theatermacherinnen Beate Albrecht und Britta Lennardt, macht Hörspiele und gibt Theaterseminare, etwa in Kirchengemeinden. Sonni Maier, das ist schnell zu erkennen, hat noch viel vor.
Sonni Maier hat den Stoff aus Goethes "Faust" im Stück "Gretchen reloaded" in die Gegenwart übertragen. Sie selbst spielt das Mädchen Jenny, das ungewollt schwanger wird. Uraufführung am 22. August im Haus Witten.
Von Claudia Vüllers
Bei den meisten Schülern wird sich Goethes "Faust" nicht als Aha-Erlebnis im Gedächtnis festgesetzt haben. Bei Sonni Maier schon. Vor allem das Gretchen hat es ihr angetan. "Das war schon immer meine Traumrolle." Jetzt hat sie um ihre Traumrolle ein ganzes Stück geschrieben - und ein heißes Eisen angefasst. "Gretchen reloaded" heißt das Theaterstück, das am 22. August (Freitag) im Haus Witten Uraufführung feiert. Und darin spielt Sonni Maier das Mädchen Jenny, das ihre Schwangerschaft neun Monate lang unter weiten Pullis versteckt hat. Doch eines Tages ist es soweit, das Baby kommt in ihrem Kinderzimmer zur Welt. Und Jenny hat nur eine Stunde Zeit, über Leben und Tod des Kindes zu entscheiden. Denn dann kommen ihre Eltern wieder nach Hause.
Immer noch brisant
Die Idee zu dem Theaterstück kam Sonni Maier vor einiger Zeit, als immer wieder Nachrichten von jungen Müttern über die TV-Bildschirme flimmerten, die ihre Kinder umgebracht hatten. "Das ist genau die Geschichte von Goethes Gretchen", wurde der 27 -Jährigen plötzlich klar. "Die Geschichte eines Teenagers, der ungewollt schwanger wird und sein Kind tötet." Eine 200 Jahre alte Geschichte, die noch immer höchst brisant ist. Also setzte sie sich hin und schrieb das einstündige Theaterstück, in dem sie auch die einzige Rolle spielt. Unterstützt wurde sie in der Entstehung des Stückes und in der Inszenierung von Regisseurin Monica Degen. "Es ist immer gut, wenn jemand von außen auf ein Stück schauen kann", sagt Sonni Maier. Am 22. August ist Premiere im Haus Witten. Danach geht Sonni Maier mit "Gretchen reloaded" auf Tournee. Acht Termine an Schulen unter anderem in Frankfurt und in der Gegend von Erfurt stehen schon fest, weitere sollen folgen. Auf die Schüler freut sie sich ganz besonders. Denn genau diese Jugendlichen möchte die 27 -Jährige für das Thema sensibilisieren. Deshalb hat sie auch Unterrichtsmaterialien zu Verhütung und ungewollter Schwangerschaft vorbereitet, mit denen ihr Stück in den Schulen vor- oder nachbereitet werden kann. "Ich mache Theater mit einer Mission. Ich möchte die Menschen aufwecken und sie dazu bringen, Stellung zu beziehen", sagt Sonni Maier. Und dafür sei das Theater viel geeigneter als das Fernsehen oder einfache Worte - weil es Menschen berühre. Auch wenn das neue Stück sie in den nächsten Monaten voll beanspruchen wird - der Terminkalender von Sonni Maier ist auch so gut gefüllt. Sie spielt in Stücken der Wittener Theatermacherinnen Beate Albrecht und Britta Lennardt, macht Hörspiele und gibt Theaterseminare, etwa in Kirchengemeinden. Sonni Maier, das ist schnell zu erkennen, hat noch viel vor.
